Zum Inhalt springen
hebesatzatlas.de

Start Lexikon der Realsteuern Kreisumlage

Kreisumlage: womit sich der Landkreis finanziert

Kreisumlage: abstrakte Darstellung mehrerer kleiner Flächen, die Anteile an eine größere abgeben, in Sand und Petrol, ohne Text, ohne Personen
Kreisumlage: abstrakte Darstellung mehrerer kleiner Flächen, die Anteile an eine größere abgeben, in Sand und Petrol, ohne Text, ohne Personen (KI-generiertes Symbolbild)

Glossareintrag · Stand:

Kurz erklärt

Die Kreisumlage ist der Beitrag, den kreisangehörige Gemeinden an ihren Landkreis zahlen, weil dieser keine eigenen Steuern erhebt. Bemessen wird sie an der Finanzkraft der Gemeinde, den Satz beschließt der Kreistag. Kreisfreie Städte zahlen keine — im Verzeichnis dieser Seite sind das 106 von 400 Einheiten.

Die wichtigsten Punkte

  • Hauptfinanzierungsquelle der Landkreise
  • Rechtsgrundlage ist Landesrecht, geregelt in Kreisordnungen und Finanzausgleichsgesetzen
  • Bemessungsgrundlage ist die Finanzkraft, nicht das tatsächliche Aufkommen
  • Der Umlagesatz wird in der Haushaltssatzung des Kreises festgesetzt
  • Kreisfreie Städte und Stadtkreise zahlen keine Kreisumlage

Warum es die Kreisumlage gibt

Ein Landkreis hat keine eigene Steuerhoheit. Grundsteuer und Gewerbesteuer stehen nach Artikel 106 Abs. 6 GG den Gemeinden zu. Seine Aufgaben — Sozialleistungen, Schulen, Nahverkehr, Rettungsdienst — finanziert er deshalb überwiegend über Umlagen der kreisangehörigen Gemeinden und über Zuweisungen des Landes.

Bemessungsgrundlage ist die Finanzkraft, also im Kern dieselbe rechnerische Größe wie im kommunalen Finanzausgleich. Auch hier wird mit einem rechnerischen und nicht mit dem tatsächlichen Hebesatz gerechnet.

Was das für die Gemeinde bedeutet

Die Kreisumlage ist für viele Gemeinden der größte einzelne Ausgabeposten. Steigt sie, kann eine Gemeinde unter Druck geraten, ihre eigenen Hebesätze anzuheben — auch ohne dass sich an ihren Aufgaben etwas ändert. Hinter einer Hebesatzerhöhung steht deshalb nicht immer eine Entscheidung der Gemeinde selbst.

Eine Wertung trifft diese Seite dazu nicht. Sie weist die Sätze aus und ordnet sie ein; die Gründe im Einzelfall stehen in den Haushaltsunterlagen von Gemeinde und Kreis.

Eigene Auswertung. Das Kreisverzeichnis von hebesatzatlas.de umfasst 400 Einheiten: 252 Landkreise, 42 Kreise, 97 kreisfreie Städte und 9 Stadtkreise. Nur die kreisangehörigen Gemeinden der ersten beiden Gruppen zahlen eine Umlage; für die 106 kreisfreien Städte und Stadtkreise entfällt sie, weil sie Gemeinde- und Kreisaufgaben selbst tragen. Die Kreisübersicht steht unter Kreise, die Werte je Gemeinde im Silo Gewerbesteuer, der Rechenweg im Gewerbesteuer-Rechner.

Häufige Fragen zur Kreisumlage

Zahlen Betriebe sie?
Nein. Sie fließt zwischen Gemeinde und Kreis und berührt keinen Steuerbescheid.

Wer legt den Satz fest?
Der Kreistag in der Haushaltssatzung, im Rahmen des jeweiligen Landesrechts.

Warum zahlen kreisfreie Städte keine?
Weil sie keinem Kreis angehören und dessen Aufgaben selbst erfüllen.

Quellen

Rechtsgrundlagen und Datenquellen zu diesem Eintrag
Quelle Dokument Stand Abgerufen
Bundesministerium der Justiz Artikel 106 GG geltende Fassung 29. Oktober 2026
Bundesministerium der Justiz Artikel 28 GG geltende Fassung 29. Oktober 2026
Statistische Ämter des Bundes und der Länder Regionaldatenbank Deutschland Berichtsjahr 2024 29. Oktober 2026
hebesatzatlas.de Eigenes Kreisverzeichnis Stand 29.10.2026 29. Oktober 2026

hebesatzatlas.de gibt die Rechtslage und die Datenlage mit Fundstelle wieder und erteilt keine steuerliche Beratung und keine Rechtsberatung. Für den Messbetrag ist das Finanzamt zuständig, für den Hebesatz die Gemeinde. Weitere Begriffe im Glossar, die Quellenregeln unter Methodik.

Maik Möhring
Betreiber von hebesatzatlas.de. Kein Steuerberater. Diese Seite gibt die Rechtslage mit Fundstelle wieder.