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Grundsteuer berechnen: Rechner für das Bundesmodell

Lesezeit: 5 Minuten · Stand:

Wer die Grundsteuer berechnen will, braucht den Grundsteuerwert aus dem Bescheid, die Steuermesszahl nach dem Grundsteuergesetz und den Hebesatz der Gemeinde. Bei einem Grundsteuerwert von 180.000 Euro, einem Wohngrundstück mit 0,31 Promille und dem Bundesmedian von 400 Prozent ergeben sich 223,20 Euro im Jahr, Berichtsjahr 2024. Sieben Länder rechnen nach eigenem Modell.

Die Grundsteuer berechnen Finanzamt und Gemeinde gemeinsam: das Finanzamt ermittelt Grundsteuerwert und Messbetrag, die Gemeinde wendet ihren Hebesatz an. Für die Gewerbesteuer gibt es einen eigenen Rechner, für den Vergleich mehrerer Orte den Standortvergleich. Die Hebesätze selbst stehen im Silo Grundsteuer.

Grundsteuer B berechnen, Bundesmodell

    Rechenweg der Grundsteuer B im Bundesmodell
    Grundsteuerwert 180.000 Euro
    Steuermesszahl nach § 15 Abs. 1 GrStG 0,31 Promille
    Steuermessbetrag 55,80 Euro
    Grundsteuer B im Jahr 223,20 Euro

    Voreingestellt ist der bundesweite Median der Grundsteuer B von 400 %, Berichtsjahr 2024. Wählen Sie eine Gemeinde, um mit dem dort festgesetzten Hebesatz zu rechnen.

    Die Rechnung erfolgt im Browser. Eingaben werden nicht gespeichert und nicht übertragen. Verbindlich ist allein der Grundsteuerbescheid der Gemeinde.

    Die wichtigsten Zahlen

    • Steuermesszahl 0,31 Promille für bebaute Wohngrundstücke nach § 15 Abs. 1 Nr. 2 Buchst. a GrStG
    • Steuermesszahl 0,34 Promille für Nichtwohngrundstücke und für unbebaute Grundstücke
    • Bundesmedian der Grundsteuer B 400 %, Berichtsjahr 2024, Spannweite 80 % bis 1.100 %
    • Bundesmedian der Grundsteuer A 345 %, Berichtsjahr 2024
    • Sieben Bundesländer wenden ein eigenes Modell oder eigene Messzahlen an

    Warum dieser Rechner nur für einen Teil der Länder rechnet

    Die Grundsteuerreform hat kein einheitliches Verfahren geschaffen. Die Länder durften über eine Öffnungsklausel eigene Wege gehen, und mehrere haben davon Gebrauch gemacht. Baden-Württemberg, Bayern, Hamburg, Hessen und Niedersachsen bewerten nicht nach dem Bundesmodell, sondern nach eigenen Flächen-, Lage- oder Bodenwertmodellen. Das Saarland und Sachsen folgen dem Bundesmodell, weichen aber bei den Steuermesszahlen ab.

    Ein Rechner, der das ignoriert, liefert für rund die Hälfte der Bevölkerung ein falsches Ergebnis. Deshalb sperrt dieser Rechner die betroffenen Länder ausdrücklich, statt eine Zahl auszugeben, die nach etwas aussieht. Maßgeblich sind dort der Grundsteuermessbescheid des Finanzamts und die Hebesatzsatzung der Gemeinde.

    Grundsteuer berechnen: der Rechenweg im Bundesmodell

    Die Berechnung läuft in drei Schritten und über zwei Behörden. Das Finanzamt stellt den Grundsteuerwert fest und setzt daraus mit der Steuermesszahl den Grundsteuermessbetrag fest. Die Gemeinde wendet darauf ihren Hebesatz nach § 25 GrStG an und erlässt den Grundsteuerbescheid.

    Rechenweg der Grundsteuer B im Bundesmodell bei einem Grundsteuerwert von 180.000 Euro und einem Hebesatz von 400 %
    Schritt Grundlage Wert
    Grundsteuerwert laut Bescheid Bewertungsgesetz 180.000 Euro
    Steuermesszahl, Wohngrundstück § 15 Abs. 1 GrStG 0,31 Promille
    Grundsteuermessbetrag § 13 GrStG 55,80 Euro
    Grundsteuer B bei 400 % § 25 GrStG 223,20 Euro

    Welche Steuermesszahl für welches Grundstück gilt

    § 15 Abs. 1 GrStG unterscheidet drei Fälle. Für unbebaute Grundstücke im Sinne des § 246 Bewertungsgesetz gilt 0,34 Promille. Für bebaute Grundstücke im Sinne des § 249 Abs. 1 Nr. 1 bis 4 Bewertungsgesetz, also Wohngrundstücke, gilt 0,31 Promille. Für bebaute Grundstücke im Sinne des § 249 Abs. 1 Nr. 5 bis 8, also Nichtwohngrundstücke, gilt wieder 0,34 Promille.

    Daneben sieht § 15 GrStG Ermäßigungen vor, etwa für geförderten Wohnraum und für denkmalgeschützte Gebäude. Der Rechner bildet sie nicht ab; ob sie im Einzelfall greifen, steht im Grundsteuermessbescheid.

    Warum ein Vergleich mit den Werten vor 2025 nichts aussagt

    Mit der Grundsteuerreform hat sich zum 1. Januar 2025 die Bemessungsgrundlage geändert, auf die der Hebesatz angewandt wird. An die Stelle der alten Einheitswerte sind die neuen Grundsteuerwerte getreten. Ein Hebesatz von 400 % vor diesem Datum und ein Hebesatz von 400 % danach beziehen sich damit auf verschiedene Größen; aus ihrem Vergleich folgt keine Aussage über die Steuerlast.

    Wie stark die Anpassung ausfiel, zeigt Baden-Württemberg: Dort haben allein im ersten Quartal 2025 insgesamt 1.059 der 1.101 Gemeinden ihre Realsteuerhebesätze geändert. Die Regeln, nach denen hebesatzatlas.de damit umgeht, stehen unter Methodik.

    Häufige Fragen zur Berechnung

    Wer die Grundsteuer berechnen und das Ergebnis mit dem Bescheid vergleichen will, stößt regelmäßig auf die folgenden Punkte.

    Woher bekomme ich den Grundsteuerwert?
    Aus dem Grundsteuerwertbescheid des Finanzamts. Er ist ein Grundlagenbescheid; Einwendungen gegen den Wert selbst richten sich gegen diesen Bescheid, nicht gegen den Bescheid der Gemeinde.

    Warum rechnet der Rechner für Bayern nicht?
    Weil Bayern ein reines Flächenmodell anwendet und keinen Grundsteuerwert im Sinne des Bundesmodells kennt. Eine Rechnung nach Bundesmodell wäre dort schlicht falsch.

    Was ist mit der Grundsteuer C?
    Gemeinden können auf baureife unbebaute Grundstücke einen gesonderten Hebesatz erheben. Bisher nutzen das nur wenige Gemeinden. Wo ein Wert festgesetzt ist, weist ihn die jeweilige Gemeindeseite aus; die Übersicht steht im Silo Grundsteuer.

    Ist das Ergebnis verbindlich?
    Nein. Der Rechner bildet den gesetzlichen Rechenweg des Bundesmodells ab, ohne Ermäßigungen und ohne Befreiungen. Verbindlich ist allein der Grundsteuerbescheid. Wer die Belegregeln nachlesen will, findet sie unter Über das Projekt.

    Was der Grundsteuer-Rechner berücksichtigt

    Der Grundsteuer-Rechner bildet das Bundesmodell ab: den festgestellten Grundsteuerwert, die Steuermesszahl von 0,31 Promille für bebaute Wohngrundstücke oder 0,34 Promille für die übrigen und anschließend den Hebesatz der Gemeinde. Für Länder mit eigenem Bewertungsverfahren ist er gesperrt, weil ein Ergebnis nach Bundesrecht dort falsch wäre. Er rechnet im Browser, speichert keine Eingaben und bindet keine Dienste Dritter ein; verbindlich ist allein der Bescheid.

    Quellen

    Rechtsgrundlagen und Datenquellen zu dieser Seite
    Quelle Dokument Stand Abgerufen
    Bundesministerium der Justiz § 15 GrStG geltende Fassung 10. September 2026
    Bundesministerium der Justiz § 25 GrStG geltende Fassung 10. September 2026
    Statistisches Landesamt Baden-Württemberg Realsteuerhebesätze der Gemeinden 1. Quartal 2025 9. September 2026
    Statistische Ämter des Bundes und der Länder Hebesätze der Realsteuern in Deutschland Berichtsjahr 2024 9. September 2026

    Stand dieser Seite: 25. September 2026. Wer die Grundsteuer berechnen lässt, erhält hier den gesetzlichen Rechenweg für das Bundesmodell und keine steuerliche Beratung. Der Rechner bildet ausschließlich das Bundesmodell ab, ohne Ermäßigungen nach § 15 GrStG und ohne Befreiungen. Verbindlich sind der Grundsteuermessbescheid des Finanzamts und der Grundsteuerbescheid der Gemeinde.

    Maik Möhring
    Betreiber von hebesatzatlas.de. Kein Steuerberater. Diese Seite gibt die Rechtslage mit Fundstelle wieder und erteilt keine steuerliche Beratung.