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Grundsteuer-Hebesatz: A, B und C je Gemeinde

Lesezeit: 5 Minuten · Stand:

Die Grundsteuer kennt drei Arten: A für land- und forstwirtschaftliche Betriebe, B für alle übrigen Grundstücke und C für baureife unbebaute Grundstücke. Für das Berichtsjahr 2022 liegt der Bundesmedian bei 380 % für die Grundsteuer B und bei 330 % für die Grundsteuer A.

Zum Grundsteuer-Rechner — Grundsteuerwert eintragen, Steuermesszahl wählen, Grundsteuer nach dem Hebesatz der Gemeinde nachrechnen.

Die wichtigsten Zahlen

  • Bundesmedian Grundsteuer B 380 %, Berichtsjahr 2022
  • Bundesmedian Grundsteuer A 330 %, Berichtsjahr 2022
  • Steuermesszahl im Bundesmodell 0,31 oder 0,34 Promille nach § 15 GrStG
  • Sieben Bundesländer weichen vom Bundesmodell oder von dessen Messzahlen ab
  • Landesmedian Sachsen 400 % für die Grundsteuer B, Gebietsstand 1. Januar 2026

Welche Grundsteuerarten es gibt

Die drei Grundsteuerarten und ihr Gegenstand
Art Gegenstand Bundesmedian 2022
Grundsteuer A Betriebe der Land- und Forstwirtschaft 330 %
Grundsteuer B alle übrigen Grundstücke, bebaut und unbebaut 380 %
Grundsteuer C baureife unbebaute Grundstücke, seit 2025 möglich nur vereinzelt festgesetzt

Die Grundsteuer C ist keine zusätzliche Steuer neben der Grundsteuer B, sondern ein gesonderter Hebesatz für baureife unbebaute Grundstücke. Gemeinden können ihn festsetzen, müssen es aber nicht. Bisher nutzen ihn nur wenige: In Sachsen weist die Landesstatistik zum Gebietsstand 1. Januar 2026 keine einzige Gemeinde mit einem Grundsteuer-C-Hebesatz aus.

Warum Werte vor und nach dem 1. Januar 2025 nicht vergleichbar sind

Mit der Grundsteuerreform hat sich zu diesem Datum die Bemessungsgrundlage geändert, auf die der Hebesatz angewandt wird. An die Stelle der Einheitswerte sind die Grundsteuerwerte getreten. Zwei gleich hohe Hebesätze aus den Jahren 2024 und 2025 beziehen sich damit auf verschiedene Größen.

hebesatzatlas.de rechnet über diese Grenze hinweg deshalb keine Differenz in Prozentpunkten aus und zeigt keine Veränderungsrichtung. Stattdessen steht dort der Hinweis auf die geänderte Bemessungsgrundlage. Bei der Gewerbesteuer besteht dieser Bruch nicht; die Werte dazu stehen im Silo Gewerbesteuer.

Was differenzierte Hebesätze bei der Grundsteuer B bedeuten

Seit dem 1. Januar 2025 können Gemeinden in einzelnen Bundesländern innerhalb der Grundsteuer B unterschiedliche Hebesätze für Wohn- und Nichtwohngrundstücke festsetzen. Nordrhein-Westfalen hat dafür im Juli 2024 eine eigene gesetzliche Grundlage geschaffen. Wo eine Gemeinde davon Gebrauch macht, gibt es nicht mehr einen Hebesatz für die Grundsteuer B, sondern zwei.

hebesatzatlas.de weist in diesen Fällen beide Werte aus und benennt das Modell ausdrücklich. Für Ranglisten und Mediane wird der Hebesatz für Wohngrundstücke herangezogen; diese Festlegung steht unter Methodik.

Warum das Bundesland über die Rechnung entscheidet

Die Länder durften über eine Öffnungsklausel eigene Bewertungsmodelle einführen. Baden-Württemberg, Bayern, Hamburg, Hessen und Niedersachsen tun das; das Saarland und Sachsen folgen dem Bundesmodell mit eigenen Steuermesszahlen. Ein Hebesatz von 400 % führt deshalb je nach Land zu einer anderen Steuer, selbst bei identischem Grundstück. Der Grundsteuer-Rechner rechnet aus diesem Grund nur für die Länder des Bundesmodells und sperrt die übrigen.

Häufige Fragen zum Grundsteuer-Hebesatz

Wie hoch ist der Hebesatz der Grundsteuer B im Mittel?
Der Bundesmedian lag im Berichtsjahr 2022 bei 380 %. Neuere Werte einzelner Länder liegen vor, beziehen sich aber auf abweichende Gebietsstände und werden gesondert ausgewiesen.

Wer setzt den Hebesatz fest?
Die Gemeinde durch Satzung nach § 25 GrStG. Den Grundsteuermessbetrag setzt dagegen das Finanzamt fest. hebesatzatlas.de gibt beide Angaben mit Fundstelle wieder und erteilt keine steuerliche Beratung: Fragen zur Festsetzung beantwortet die Gemeinde, Fragen zum Messbetrag das Finanzamt, Fragen zum Einzelfall ein steuerlicher Berater.

Gilt für die Grundsteuer ein Mindesthebesatz?
Anders als bei der Gewerbesteuer sieht das Grundsteuergesetz keinen bundesweiten Mindesthebesatz vor.

Warum ist meine Grundsteuer trotz gleichem Hebesatz gestiegen?
Weil sich zum 1. Januar 2025 die Bemessungsgrundlage geändert hat. Ob und wie sich die Belastung im Einzelfall verschoben hat, ergibt sich aus dem Grundsteuermessbescheid und dem Grundsteuerbescheid.

Quellen

Belege für die auf dieser Seite genannten Zahlen
Quelle Dokument Stand Abgerufen
Statistische Ämter des Bundes und der Länder Hebesätze der Realsteuern in Deutschland Berichtsjahr 2022 9. September 2026
Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen Hebesätze der Gemeinden Gebietsstand 1. Januar 2026 9. September 2026
Bundesministerium der Justiz § 15 GrStG, § 25 GrStG geltende Fassung 10. September 2026
Finanzverwaltung Nordrhein-Westfalen Differenzierte Hebesätze Gesetz vom 4. Juli 2024 10. September 2026

Stand dieser Seite: 10. September 2026. Hebesätze werden unterjährig durch Satzung geändert; maßgeblich ist die geltende Hebesatzsatzung der jeweiligen Gemeinde. Datenquelle: Statistische Ämter des Bundes und der Länder, Datenlizenz Deutschland Namensnennung 2.0.

Maik Möhring
Betreiber von hebesatzatlas.de. Kein Steuerberater. Diese Seite gibt festgesetzte Hebesätze und die Rechtslage mit Fundstelle wieder.