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Hebesatz der Gewerbesteuer: Wirkung und Fundstelle
Der Hebesatz der Gewerbesteuer ist der Prozentsatz, mit dem die Gemeinde den vom Finanzamt festgesetzten Steuermessbetrag multipliziert; dieselbe Systematik gilt nach § 25 GrStG für die Grundsteuer. Rechtsgrundlage für die Gewerbesteuer ist § 16 GewStG. Bundesweit liegt der Median für die Gewerbesteuer im Berichtsjahr 2024 bei 380 %, unter 194 verschiedenen Werten über 10.754 Gemeinden.
Die wichtigsten Punkte
- Rechtsgrundlagen: § 16 GewStG und § 25 GrStG
- Wirkt auf den Steuermessbetrag, nicht auf Gewinn oder Grundstückswert
- Mindesthebesatz Gewerbesteuer 200 % für den Erhebungszeitraum 2026, 280 % ab 2027, § 16 Abs. 4 Satz 2 GewStG
- 194 verschiedene Werte über 10.754 Gemeinden, Berichtsjahr 2024
- Bundesmedian Gewerbesteuer 380 %, Grundsteuer B 400 %
Wie wirkt der Hebesatz der Gewerbesteuer?
Er ist der letzte Rechenschritt. Das Finanzamt ermittelt den Steuermessbetrag, die Gemeinde wendet darauf ihren Hebesatz an und erlässt den Steuerbescheid. Zwei Behörden, zwei Bescheide, ein Betrag. Bei der Grundsteuer läuft es nach § 25 GrStG genauso, nur mit dem Grundsteuermessbetrag als Ausgangsgröße.
Weil er auf den Messbetrag wirkt und nicht auf den Gewinn, bedeutet eine Differenz von 40 Prozentpunkten nicht 40 Prozent mehr Steuer. Bei einem Messbetrag von 3.500 Euro sind 40 Prozentpunkte genau 1.400 Euro. Mit dem Gewerbesteuer-Rechner lässt sich dieser Effekt für einen eigenen Messbetrag direkt nachvollziehen.
Wer ihn festsetzt
Die Gemeinde, durch Satzung. Das ist Ausfluss der kommunalen Selbstverwaltung nach Artikel 28 Absatz 2 Grundgesetz. Für die Gewerbesteuer schreibt § 16 Absatz 4 Satz 2 GewStG einen Mindesthebesatz vor: 200 % für den Erhebungszeitraum 2026, ab dem Erhebungszeitraum 2027 dann 280 % nach § 36 Absatz 5b GewStG. Eine Obergrenze nennt das Gesetz nicht. Einzelheiten im Ratgeber zum Mindesthebesatz. Für die Grundsteuer gibt es keinen bundesweiten Mindesthebesatz.
Wie fein die Gemeinden abstufen
Der eigene Datenbestand zeigt, wie fein die Gemeinden abstufen: Für das Berichtsjahr 2024 kommen unter den 10.754 Gemeinden mit belegtem Wert 194 verschiedene Werte vor. Der häufigste ist 380 %, festgesetzt von 2.486 Gemeinden. Den gesetzlichen Mindestwert von 200 % nutzen genau zwei. Die vollständige Verteilung steht in der bundesweiten Rangliste.
Was die Zahl nicht verrät
Ein Vergleich zweier Gemeinden sagt für sich genommen wenig über die Belastung eines Unternehmens aus. Entscheidend ist, wo die Betriebsstätte liegt; bei mehreren wird der Messbetrag nach den §§ 28 ff. GewStG auf die beteiligten Gemeinden verteilt. Erst danach steht fest, welcher Prozentsatz auf welchen Anteil wirkt. Mehr dazu unter Zerlegung und Betriebsstätte.
Wo der geltende Wert steht
In der Hebesatzsatzung der Gemeinde. Die amtliche Statistik gibt den Stand ihres Berichtsjahrs wieder; weicht die Satzung davon ab, gilt die Satzung. Die Werte je Gemeinde stehen im Silo Gewerbesteuer und im Silo Grundsteuer.
Häufige Fragen zum Begriff Hebesatz
Auf welche Größe wirkt der Hebesatz der Gewerbesteuer?
Auf den Steuermessbetrag, nicht auf den Gewinn oder den Grundstückswert. Den Messbetrag setzt das Finanzamt fest.
Gibt es eine Obergrenze?
Nein. § 16 Absatz 4 Satz 2 GewStG nennt für die Gewerbesteuer einen Mindesthebesatz — 200 % für 2026, ab 2027 dann 280 % —, eine Höchstgrenze sieht das Gesetz nicht vor.
Gilt derselbe Hebesatz auch für die Grundsteuer?
Nein, jede Gemeinde setzt für Gewerbesteuer, Grundsteuer A und Grundsteuer B jeweils eigene Hebesätze fest, auch wenn die Systematik nach § 25 GrStG dieselbe ist.
Quellen
| Quelle | Dokument | Stand | Abgerufen |
|---|---|---|---|
| Bundesministerium der Justiz | § 16 GewStG | geltende Fassung | 28. September 2026 |
| Bundesministerium der Justiz | § 25 GrStG | geltende Fassung | 28. September 2026 |
| Statistische Ämter des Bundes und der Länder | Realsteuervergleich, Berichtsjahr 2024 | geltende Fassung | 28. September 2026 |
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Maik Möhring
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